Gedichte aus dem Knast #4

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Juli 2016, JVA Ebrach

Monotonie

Wohin verschwinden meine Gedanken?
Wo sind die Stimmen, die im Kopf erklangen,
die hinterfragen und reflektieren?
Zurück bleibt das Gefühl mich selbst zu verlieren.
Wie kann ich dagegen ankommen,
meine Gedanken, Gefühle völlig verschwommen.
Immer seltener gelingt es, den Nebel zu durchdringen,
dort wo Feuer brannte nur noch ein leichtes Glimmen,
eine kleine Hoffnung den Funken zu erhalten
und den Kopf nicht völlig abzuschalten,
ein Versuch die Monotonie in Worte zu fassen,
diesen Ort für kurze Zeit im Geist zu verlassen,
doch die Rückkehr kommt so sicher wie der nächste Tag.
Ich hatte ein freies wildes Leben gewagt.
Nun bleiben Erinnerungen,
die langsam verstummen.
Tag für Tag geht es weiter monoton,
der zersprungene Traum von Freiheit blanker Hohn.

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