Gedichte aus dem Knast #2

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Juni 2016, JVA Ebrach

#2

Bitte sagt es mir, wie lang kann ein Mensch leben,
getrennt von denen, die mensch liebt, ohne sich aufzugeben.
Fern ab von Wald und Baum,
eingesperrt in kleinem Raum.
Kein gemeinsames Heulen das Laut erklingt,
keine Stimme, die zur Gitarre singt.
Bitte sagt es mir, wie weit soll das gehen,
wenn die Gitter vorm Fenster sogar in Träumen bestehen.

  Nein, ich geb nicht auf,
  dafür ist Morgen noch Zeit.
  Wenn ich im Kreis herum lauf,
  ist es die Hoffnung, die bleibt.

Bitte sagt es mir, wie viel von mir werde ich hier verlieren,
während sie versuchen, mich von euch zu isolieren.
Freie Vögel fliegen,
doch meine Gitter lassen sich nicht verbiegen.
Kein geteiltes Bier beim Feuerschein,
keine Möglichkeit bei euch zu sein.
Bitte sagt es mir, denn ich seh' keinen Sinn,
in der Tatsache, dass so viele hier eingesperrt sind.

  Nein, ich geb nicht auf,
  dafür ist Morgen noch Zeit.
  Wenn ich im Kreis herum lauf,
  ist es die Hoffnung, die bleibt.


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