Nicht nur Silvester zum Knast – „Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen“

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Kraftvolle Kundgebung vor der JVA Ossendorf / Köln am 31.12.15 - Aufruf zu weiteren Knastspaziergängen 2016

Ossendorf - Das Autonome Knastprojekt Köln und „ABC Rhineland“ hatten dazu aufgerufen über Silvester in autonomen Kleingruppen Spaziergänge am Knast Ossendorf zu machen, um so die Gefangenen zu grüßen, durch Rufe, Silvesterraketen, Böller etc.

In der Vergangenheit gab es angemeldete Demos, welche jedoch durch nicht vertretbare Auflagen und konkrete Interventionen seitens der Bullerei erheblich behindert wurden, sodass in den 2 Jahren davor aus Protest die Demo abgebrochen werden musste. Deshalb und um mehr Menschen hinter Gittern erreichen zu können, haben wir („wir“ meint Menschen, die auch in den letzten Jahren dabei waren) uns nun für das Kleingruppenkonzept entschieden.

Über den gesamten Tag verteilt haben sich Kleingruppen aus politischer Motivation und Eigenbetroffenheit um den Knast eingefunden.
Wir haben die Gefangenen akustisch erreicht, auch ihre Rufe drangen über die Mauer zu uns.

Um 19.00 Uhr gab es zusätzlich eine Kundgebung vor den U-Haft-Häusern, in der unter anderem ehemals in U-Haft eingesperrte Aktivistis aus dem Hambacher Forst ihre Grußworte an die Gefangenen richteten. Zudem haben sich Musiker*innen eingefunden, um sich mit ihren Liedern mit den Inhaftierten solidarisch zu erklären und ihre Liedbeiträge über die Mauern klingen zu lassen.

Wir solidarisieren uns mit allen Gefangenen, die weggesperrt sind, weil sie dem patriarchalen kapitalistischen System ein Dorn im Auge sind. Die meisten Menschen sitzen hinter Gittern, weil ihnen Delikte gegen das Eigentum vorgeworfen werden (bspw. Bahnfahren ohne Ticket) und immer wieder werden Menschen weggesperrt, weil der Staat ihre politische Meinung oder ihre Widerständigkeit als Bedrohung ansieht.

Wir möchten eine Welt ohne Unterdrückung, Ausbeutung und Repression! Eine Welt in der jedes Lebewesen geachtet wird und in Freiheit leben kann. Knast ist eine notwendige Ausdrucks- und Stabilisierungsform unseres derzeitigen Herrschaftssystem und deshalb gehört es bekämpft! 2016 ist kein Grund zum Feiern, sondern gibt durch zunehmende Repressalien Grund, um gegen das bestehende System zu rebellieren!

Wir möchten das gesamte Jahr über mit den Gefangenen in Ossendorf und anderen Knästen und den Weggesperrten in Psychiatrien, Abschiebelagern und anderswo solidarisieren und sie nicht vergessen! Um über das gesamte Jahr einen langen Atem zu behalten, rufen wir auf für Unterstützung. Geht mit uns oder in eigenen Gruppen über das Jahr verteilt am Knast spazieren und grüßt die Weggesperrten! Schreibt Briefe! Bildet Banden und organisiert euch gegen das System.

Knast ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems!
Eure Liebe der Utopie und euer Hass den Herrschenden!
Für eine Welt ohne Knäste! Freiheit allen Gefangenen!

 
Link zum Indymedia-Artikel

Link zum Autonomen Knastprojekt Podcasts

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